Freitag, 2. September 2011

2:1 für die Ukraine

Zwei Sekunden vorne, vier Sekunden hinten, drei Sekunden vorne. Aus Sicht des ukrainischen Frauenachters steht es nach fünf WM-Tagen 2:1. Dreimal ging es im Vorlauf, Hoffnungslauf und im heutigen B-Finale zur Sache. Heute holen sie Platz sieben, das DRV-Team Rang acht. Doch dieses Duell war bei dieser WM gar nicht so entscheidend. Die Chinesinnen sind die „Gewinnerinnen“: Sie lagen im Hoffnungslauf vor den Deutschen und verbauten ihnen das Finale. Beim Weltcup in Hamburg hatten die Asiatinnen noch klar das Nachsehen. 1:1 Unentschieden also. Dass die Chinesinnen letztendlich „nur“ Platz sechs im Finale holen - 13 Sekunden hinter den US-Girls – ist aus deutscher Sicht kein Trost für den verpatzten Hoffnungslauf. China und die Ukraine wurden als Außenseiter gehandelt. Großbritannien oder Rumänien wollte man eigentlich schlagen, die Viert- und Fünft-Platzierten im Weltcup-Finale von Luzern. Die Britinnen wurden nun in Bled mit Bronze dekoriert, die Rumäninnen kamen nur sieben Zehntel Sekunden dahinter auf Rang vier.

Donnerstag, 1. September 2011

Und wieder die Ukraine

Morgen, Freitag, 2. September, 10.23 Uhr, startet der deutsche Frauenachter ein letztes Mal im WM-Revier Bled. Man hatte sich so sehr gewünscht, an diesem Tag erst drei Stunden später ran zu müssen. Im A-Finale nämlich, so war der Plan. Jetzt ist alles anders. In einem einsamen Rennen, dem B-Finale, werden nur die Achter aus Deutschland und der Ukraine auf dem Blejsko jezero ihre 2000 Meter abspulen. Die Ukraine lag im Vorlauf zwei Sekunden vor dem deutschen Achter. Im Hoffnungslauf drehte die DRV-Auswahl den Spieß um und hatte mit vier Sekunden die Bootsspitze vorne. Auch wenn es diesmal nicht zur direkten Olympia-Quali 2012 gereicht hat, bleibt noch eine letzte Chance. Die beiden letzten von insgesamt sieben Quotenplätzen werden im kommenden Frühsommer in München oder Luzern vergeben.

Mittwoch, 31. August 2011

Bl(o)ed gelaufen

Das war’s. Die Ukraine in Schach gehalten. Aber die Turbo-Chinesinnen unterschätzt: Mit 43er Schlagzahl überrollen die Asiatinnen auf den letzten Metern die DRV-Auswahl. Holen fast zwei Sekunden heraus. Beim Weltcup in Hamburg lag der auf zwei Positionen umbesetzte China-Achter noch fast sechs Sekunden hinter unserem Boot – und nun eine halbe Sekunde davor. Die deutsche Crew enttäuscht mit Platz fünf und verpasst somit das Finale. Bl(o)ed gelaufen in Bled. Wie im Vorlauf am Montag kam das DRV-Team nicht auf Schlagfrequenz, ruderte von allen Mannschaften am ruhigsten. Das Aufbäumen kurz vor Ziellinie kam zu spät. Direkte Olympia-Qualifikation 2012 hieß das Ziel. Es wurde nicht erreicht. 2010 landete der DRV-Achter bei der WM in Neuseeland auf Platz sieben. Am Freitag, 10.24 Uhr, geht’s im B-Finale um die gleiche Platzierung.

Platz Boot 500 1000 1500 2000
1. Großbritannien 1:29.00 (2) 3:01.99 (1) 4:35.89 (1) 6:07.66
2. Rumänien 1:30.61 (4) 3:03.31 (3) 4:36.13 (2) 6:08.72
3. Niederlande 1:28.59 (1) 3:02.34 (2) 4:36.82 (3) 6:09.48
4. China 1:33.24 (6) 3:07.67 (6) 4:41.50 (6) 6:13.37
5. Deutschland 1:31.36 (5) 3:06.02 (5) 4:40.32 (4) 6:13.89
6. Ukraine 1:30.36 (3) 3:05.00 (4) 4:40.94 (5) 6:17.67

Montag, 29. August 2011

Noch nicht so "griffig"

Klar, dass man den Olympiasieger und Weltmeister USA im Vorlauf nicht schlagen muss. Auch nicht die bei der WM 2010 und in Luzern auf Platz vier abonnierten Britinnen. Aber eins wollte man wenigstens: die Ukraine auf Distanz halten. Doch das Boot aus dem Osten lag im Ziel zwei Sekunden vor dem DRV-Team. Man habe sie „im Griff“ haben wollen, sagte Bundestrainer Christian Viedt am Montagmittag. Das hat sein Team aber nicht geschafft. Jetzt wird es schwer, räumte er ein. Mehr als 13 Sekunden liefen Schlagfrau Sennewald & Co. hinter den US-Girls ein, und sieben Sekunden vor den Deutschen konnten die Britinnen das Rennen beenden. Ergebnis: Platz vier für den Deutschlandachter.
Jetzt müssen die Damen vom Stützpunkt Dortmund ordentlich Gas geben. Am Mittwochmorgen geht es um alles oder nichts. Dann muss Platz vier im Hoffnungslauf her, um wenigstens ins Finale vorzustoßen und dort den ersehnten fünften Platz für die direkte Olympia-Quali 2012 zu sichern. Warum lief es heute nicht so glatt, muss man sich fragen? Der Crew fehlen schlichtweg die entscheidenden PS, stellte die Zeitschrift „Rudermagazin“ in ihrem WM-Ausblick fest. „Schön“ rudern sie, wurde der Crew attestiert. Aber es wäre eine Überraschung, wenn sie’s schaffen, so das Fachmagazin. Hoffen wir, dass Trainer Viedt noch ein paar PS rauskitzelt und seine acht Damen im entscheidenden Moment den Turbo zünden. Das DRV-Team muss sich unbedingt steigern.

Platz Boot 500 1000 1500 2000
1. USA 1:29.60 (1) 3:00.23 (1) 4:33.23 (1) 6:05.59
2. Großbritannien 1:30.32 (2) 3:03.44 (2) 4:37.66 (2) 6:12.38
3. Ukraine 1:31.50 (3) 3:05.59 (3) 4:41.47 (3) 6:17.09
4. Deutschland 1:32.61 (4) 3:06.76 (4) 4:42.87 (4) 6:19.20

Sonntag, 28. August 2011

Achter hilft Zweier

Auch das noch: Heute morgen um 11 Uhr sollte der deutsche Frauen-Zweier MarleneSinnig/Kerstin Hartmann seinen Vorlauf absolvieren. Doch Sinnig musste krankheitsbedingt passen. Für sie sprang spontan Katrin Reinert (Heilbronner RG „Schwaben“) ein – normalerweise auf Position vier im Achter agierend. Achterfrau Reinert und Hartmann (Ulmer RC Donau ) sind alte Bekannte: Zwischen 2005 und 2007 holten sie gemeinsam dreimal WM-Gold bei den Juniorinnen und U-23-Frauen. Aber in Bled 2011 gibt’s diesmal aus dem Stand nur Platz fünf im Vorlauf. Jetzt hat der Frauenachter ein kleines (oder großes?) Problem, wenn Marlene Sinnig nicht schnell genug wieder auf die Beine kommt: Denn morgen um 11.34 Uhr greifen die DRV-Frauen mit unserer HRG-Lisa erstmals ins WM-Geschehen ein – in gewohnter Besetzung (mit Reinert) oder mit einer Ersatzfrau für Zweier-Ersatz Reinert? Abwarten – und auf den Schreck eine große Tasse Beruhigungstee trinken. Oder einfach: Daumen drücken!
Platz fünf und damit die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London ist das Ziel, das der Frauenachter vor Augen hat. „Alles andere wäre Quatsch“, meinte Bundestrainer Christian Viedt. „Uns ist bewusst, dass wir zu letzten Jahr deutlich aufholen müssen. Die Aufgabe ist schwer, aber es ist möglich“, äußerte sich Kathrin Thiem (Hannoverscher RC) vor der WM. Und Lisa Kemmerer fügte wenige Tage vor der Abreise hinzu: „Platz fünf bedeutet die direkte Qualifikation für Olympia und das ist auch unser Minimalziel. Klappt das nicht, gibt es im nächsten Juli beim Weltcup in Luzern noch eine Nachqualifikation. Dafür müssten wir aber unter die ersten beiden Teams kommen – darauf wollen wir es nicht ankommen lassen.“ Bei der WM 2010 siegten die USA vor Kanada, Rumänien, Großbritannien, Niederlande und China. Das deutsche Team kam auf Rang sieben. Die beim Weltcup in Luzern dominierenden Achter aus den USA, Kanada und den Niederlanden seien unerreichbar, prognostiziert Bundestrainer Viedt.

Samstag, 27. August 2011

Steuerleine und Internet

Das Team Frauenachter ist seit vier Tagen im schönen Bled. Steuerfrau Laura Schwensen schreibt ins Gästebuch von www.frauenachter.de: „Stimmung ist soweit ganz gut. Wir werden uns öfters mal melden. Es geht jetzt endlich looooooosssssss!!!“. Es gibt erste Bilder vom Training der DRV-Mannschaft auf dem Bleder See. Sieht aus wie Urlaub, doch der Schein trügt. Die Teams arbeiten mit Hochdruck am letzten Schliff vorm ersten Auftritt. Steuerfrau Laura möchte derweil nicht nur an der Leine ziehen, sondern auch hin und wieder in die Computertasten hauen und via Internet das Neueste vom Neuen auf frauenachter.de veröffentlichen. Da sind wir ebenfalls positiv gespannt. Eine nette Abwechslung zum nüchternen Kommentieren aus der deutschen Ferne. Die Steuerfrau weiß, was Daheimgebliebene wünschen.

Donnerstag, 25. August 2011

Acht Achter am Start

Am Montag, 29. August, 11 Uhr, wird es ernst: Dann nämlich geht der erste Achter-Vorlauf über die Strecke. So jedenfalls sieht es der vorläufige WM-Zeitplan vor. Gemeldet haben neben unserem DRV-Team sieben weitere Mannschaften aus Kanada, China, Großbritannien, Niederlande, Rumänien, Ukraine, USA. Am Mittwoch, 31. August, 9.54 Uhr, heißt es Start frei fürs Halbfinale. Wenn das alles überstanden ist, lockt das Finale am Freitag, 2. September, 13.24 Uhr. Ja, richtig gelesen, Freitag ist Finaltag! Einer von insgesamt vier WM-Finishs. Den Auftakt macht der leichte Männer-Zweier ohne Steuermann am Donnerstag, Schlusslicht ist am Sonntag der Einer der Frauen. Gewöhnungsbedürftig – aber wahr. Oder doch nicht. Mal schauen, ob der Zeitplan Bestand hat. Unabhängig vom schnöden Uhrwerk der FISA ist an dieser Stelle ein kleiner Blick auf den Wunschzettel der neun DRV-Damen erlaubt. Dazu mehr am Wochenende.

Mittwoch, 24. August 2011

Zahlen, Maße, Namen

Ganz nüchtern betrachtet: Die Durchschnittsruderin im Deutschlandachter ist 1,83 Meter groß, wiegt 74 Kilogramm und feiert in wenigen Wochen 23. Geburtstag. Nach oben und unten gibt es natürlich Ausreißer. Die Längste und Schwerste im Boot ist Ulrike Sennewald (194 cm, 84 Kilo), die Kleinste heißt Katrin Reinert (176 cm), die Leichteste Lisa Kemmerer (68,5 Kilo). Mehr als eine halbe Tonne Körpergewicht (um genau zu sein: 639 Kilogramm inklusive Steuerfrau Laura Schwensen) sitzen, rollen und bewegen sich im knapp 17 Meter langen und 56 Zentimeter breiten Boot. Übrigens: Der Frauenachter hat ein Fotoshooting hinter sich gebracht. Und wir sehen richtig: Langzeit-Bugfrau Lisa wird die Ehre der Schlagübertragung zuteil, sie rückt auf Position sieben vor. Aktuelle Bilder und Kurzbiografien gibt’s auf der DRV-Homepage und der Website des Frauenachters. Die Mannschaft auf einen Blick (von der Bugfrau, Bootsplatz 1, bis zur Schlagfrau, Bootsplatz 8):

Steuerfrau: Laura Schwensen

Dienstag, 23. August 2011

Jetzt geht's los

Ein bisschen Spaß muss sein. Kurz vor der Abreise nach Bled spielt der deutsche Frauenachter Bilderrätsel. Am trainingsfreien Tag wird gealbert und das WM-Boot mit allerlei komischen Dingen bestückt: falschem Riemen, falscher Person, falscher ... Upps, schon zu viel verraten. Am besten direkt auf der Homepage der neun Damen nachschauen und miträtseln. Was uns auffällt: Unsere HRG-Lisa sitzt auf Platz 7 und nicht mehr im Bug und hat damit die ehrenvolle Aufgabe, die Schlagübertragung zu gewährleisten. Morgen ist nichts mit Riemen, Rollsitz und Stemmbrett, sondern mit Koffer, Tasche und Rucksack: Abreise nach Bled und Quartier beziehen! Lang ist's her, dass eine HRG-Athletin auf dem nur 2,1 Kilometer langen Blejsko jezero die Blätter ins Wasser tauchte. Im "Wendejahr" 1989 ruderte Angela Schuster im Leichtgewichts-Einer auf Platz fünf im WM-Finale.